Themen statt Vollpfosten

tl;dr: Wer Themen hat, der ist auch nicht mit anderen Dingen in den Medien. LiquidFeedback ist momentan die einzige Struktur auf Bundesebene, die Meinungsbildung mit dem Basisdemokratischen Anspruch der Piraten abbilden kann.

Was im Moment passiert, dass sich Medien auf Dinge wie Rechtsextremismus, Antisemitismus und Sexismus in der Piratenpartei einschießen, das hat auch was damit zu tun, dass wir momentan auf Bundesebene keine Themen setzen.

Statt Debatten anzufangen lassen wir sie uns, wie z.B. beim Urheberrecht, aufdrängen. Dabei ist unsere Position eigentlich klar:

  • Volles Urheberrecht für den Urheber. 10 Jahre nach Tod des Urhebers gehen die Rechte in die Allgemeinheit über.
  • Werke können nur auf Wegen vermarktet werden, die zu Vertragsabschluss bekannt sind.
  • 25 Jahre nach Vertragsabschluss mit einem Verwerter gehen alle Verwertungsrechte wieder zum Urheber zurück.
  • Entkriminalisierung von Peer to Peer Tauschbörsen. Seiten wie Pirate Bay, Megaupload und Kino.to wird es auch mit der Piratenpartei nicht geben.
  • Viele viele andere Regelungen, zum Beispiel kostenlose Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke in Bildungseinrichtungen.

Lustigerweise steht das gar nicht in unserem Bundesprogramm drinnen (obwohl es beschlossen ist), was daran liegt, dass die PDF auf der Bundeswebseite nicht aktuell ist. (Hab Bernd Schlömer ne Mail geschrieben und hoffe, dass unser gesamtes Programm demnächst verlinkt sein wird)

Eine ganz ähnliche Situation (also nicht mit der PDF aber mit den Themen) hatten wir nach der Wahl in Berlin: Der parlamentarische Betrieb lief grade erst an, es gab noch nicht viele politische Themen, da die Ausschüsse noch nicht eingesetzt waren, Medien stürzten sich auf Freunde, die als Mitarbeiter eingestellt wurden oder Deutsches Markensalz. Das passiert jetzt im Bund: Weil sich im letzten Jahr nichts bei den Strukturen der innerparteilichen Meinungsbildung getan hat und LiquidFeedback vom Bundesvorstand ein wenig aufs Abstellgleis gestellt worden ist gibts halt niemanden, der bei speziellen Themen für die Partei spricht. Wir stehen in den Bundesweiten Umfragen bei 13 Prozent und werden jetzt immer mehr wie eine Partei behandelt, die mit eben diesem Ergebnis im Deutschen Bundestag sitzt. Wir werden wie eine Partei behandelt, die vermutlich bald in vier Landesparlamenten sitzen wird. Jetzt kann man natürlich darüber streiten wie fair man das findet, man kann es aber auch einfach akzeptieren.

Welche Schlüsse zieht man jetzt daraus? Lassen wir uns bis zur Bundestagswahl treiben, antworten wir immer „Darauf haben wir noch keine Antwort“ oder versuchen wir sukzessive die Lücken zu schließen?Wenn wir anfangen die Lücken zu schließen, wie machen wir das?

Zu der Frage, ob wir überhaupt die Lücken schließen sollten: Nicht auf Krampf, aber gewisse Dinge kann man ja priorisieren. Das bedeutet insbesondere für den nächsten Programmparteitag in Bochum, dass Themen auf der Tagesordnung behandelt werden sollten, die noch nicht im Parteiprogramm vertreten sind, natürlich nur wenn sie eine Qualität haben, dass wir sie guten Gewissens beschließen können.

Da kommen wir zur nächsten interessanten Frage, wie stellen wir diese Qualität sicher? Wer mich kennt wird sich über die Antwort nicht wundern: LiquidFeedback. LiquidFeedback ist unser Alleinstellungsmerkmal und es ist die große Chance, langfristig als Partei dynamisch zu bleiben und eben nicht zu verknöchern. Aus der Erfahrung zwei Bundesparteitage inhaltlich mit vorbereitet zu haben kann ich sagen: Ein Antrag, der in LiquidFeedback war unterscheidet sich deutlich von einem, der es eben nicht war. Er hat schon allein sprachlich eine andere Qualität und dadurch, dass viele Mitglieder an seiner Entstehung mitgewirkt haben eine ganz andere Bekanntheit innerhalb der Partei.

Von daher schon mal mit Blick auf den Bundesparteitag, der in einer Woche stattfinden wird: Kandidaten, die sich zur Wahl des Bundesvorstandes stellen und sich nicht klar zu LiquidFeedback bekennen kann ich nicht ernst nehmen. Was es dann nämlich für einen Eiertanz gibt haben wir im vergangenen Jahr erlebt und erleben wir jetzt.

37 Kommentare

  1. Ich verlange von allen Piraten ein uneingschränktes „Ja“ zu LiquidFeedback!

  2. „Entkriminalisierung von Peer to Peer Tauschbörsen. Seiten wie Pirate Bay […] wird es auch mit der Piratenpartei nicht geben.“

    lolwut? Der erste Satz widerspricht irgendwie dem zweiten, ne? ;)

  3. Wenn Mehrheitsbeschlüsse die Ultima Ratio der Demokratie sind, ist klar, daß LiquidFeedback und DelegatedVoting Mittel sind, die allerdings irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Wenn Demokratie aber gar nicht bedeutet, daß die Mehrheit entscheidet, wurde ein Gespenst gezeugt. Es gibt Themen, bei denen Konsens wünschenswert ist; es gibt aber auch Themen, bei denen Pluralismus erwünscht ist. Und vielleicht benötigt Demokratie, je nach dem, was zu entscheiden ist, ein entsprechendes Verfahren?

  4. Bernhard Hanakam

    Auf der ML PP-BY-MISC wurde das oft diskutiert und LQFB mit Wahlcomputern verglichen. Natürlich ist das System nicht perfekt, aber es wird weiterentwickelt und gibt uns die Möglichkeit wirklich basisdemokratisch zu entscheiden. Und das ist ein Grund von vielen, warum ich Pirat bin.

  5. „Seiten wie Pirate Bay, […] wird es auch mit der Piratenpartei nicht geben.“

    Hallo??? Sonst noch alles klar? Prirate Bay war genau DER Grund warum sich die schwedische Piratenpartei gegruendet hat. Pirate Bay hat nie selber Content zur Verfuegung gestellt, ist also volkommen legal & Pirate Bay wird seit 2010 von der schwedischen Piratenpartei betrieben !!!!

  6. Die Piratenpartei gibt es doch erst wegen dem Piratebay. Jetzt soll er durch die Piratenpartei verboten werden?
    Kann das mal bitte jemand erklären?

  7. Weil wir uns für die entkriminalisierung von privaten Tauschbörsen einsetzen, aber nicht für die entkriminalisierung von Organisationen, die mit sowas Geld verdienen (Bannerwerbung)?

  8. Du sprichst mir aus der Seele. Hatte gestern eine anstrengende Diskussion über Wahlcomputer und einer der Gegner (Master-Anwärter, fern jeder Wettergerbung der Realität) meinte nur: „Ich nehm‘ dir dein Konzept mathematisch auseinander. Es wird niemals Wahlcomputer geben und ich rede auch mit niemandem mehr darüber, weil ich diese Einstellung bei Piraten voraussetze.“ …

    Wenn solche Leute einem in der Diskussion ständig den Kopf unter Wasser drücken, bis man ertrinkt, bin ich froh, dass du die Autopsie machst. :>

  9. Pirate Bay ohne Werbung (durch Spenden finanziert?): Ja.
    Kommerzielle Projekte, die mit Schwarzkopien Geld machen: Nein.

    Streamingseiten, die durch P2P gespeißt werden, würden die benötigte Bandbreite auch ohne gewaltige Kosten bereitstellen, and all is well.

  10. @Phil

    Vielen Dank für die Antwort.
    Bitte beschreiben Sie wie so eine Entkriminalisierung dann aussehen wird. Gibt es Pläne für nicht komerzielle Tauschbörsen (vielleicht auch von Seiten der Piratenpartei)?
    Was ist beispielsweise mit Library.nu/gigapedia.com? Dort gab es keine Bannerwerbung, wurde aber von oligopolistischen Verlegern ausgeschaltet und von Seiten der Piratenpartei wurde kein Statement dazu gemacht. Bitte um Klärung!

  11. Ich bin entsetzt über den Satz zu TPB, ich kann kaum fassen dass du den geschrieben hast und überlege seit einer halben Stunde wie du den gemeint haben könntest. Er ist etwa gleichbedeutend damit, dass SOPA in die richtige Richtung weisen würde.

    Torrent-Sites wie TPB hosten keine Inhalte, und Sharehoster stellen lediglich neutralen Speicherplatz zur Verfügung. Der Grund, aus dem trotzdem gegen sie vorgegangen wird, ist dass durch Link- und Providerhaftung Infrastrukturanbieter verantwortlich gemacht werden sollen für das, was Nutzer mit ihren Diensten machen, und sie sich nur schützen können, indem sie präventiv filtern und ihren Nutzern hinterherspionieren.

    Der Versuch, aus neutralen kommerziellen Providern nichtneutrale Hilfssheriffs zu machen (und gegen alle vorzugehen, die wie TPB oder Megaupload nicht mitspielen wollen) ist die größte Bedrohung für die Freiheit im Internet, und die zu verteidigen ist eigentlich das Kernthema der Piraten.

  12. Dito.
    Im Satz: „Ein Antrag, der in LiquidFeedback war unterscheidet sich deutlich von einem, der es eben nicht war.“ fehlt ein Komma zwischen war und unterscheidet.

  13. Seiten wie Pirate Bay … wird es auch mit der Piratenpartei nicht geben.
    ???

  14. Hi Christopher,

    ich stimme dir im Prinzip in allen Punkten zu und finde es toll, dass du dich in letzter Zeit so aktiv einbringst.

    Die Sache mit der Piratebay überlege dir aber bitte nochmal. In der heutigen Form ist die Seite lediglich eine Suche über Artikel, in denen Status, Inhaltsverzeichnis und Kommentare eines Torrents gesammelt werden, welcher durch einen Hash-Wert referenziert wird.
    Klickt der User auf den angegebenen Magnet-Link (kein download, kein torrent-File, keine Information über Tracker etc, einfach nur ein Hash in URL-Form), wird die URL von einem Torrent-Client abgefangen. Startet der zum ersten mal, wird der User sogar über das Urheberrecht aufgeklärt und muss bestätigen, dass er keine geschützten Inhalte herunterlädt oder es in seinem Land legal ist. Bestätigt der User, setzt sich der Torrent-Client mit anderen Clients in Verbindung, die er mittels einer verteilten Hash-Tabelle findet und die sich alle für diesen Hash interessieren. Diese Gruppe von Clients bildet dann ein Netzwerk mit dem Ziel, die durch den Hash identifizierten Daten auf alle angeschlossenen Rechner zu verteilen.

    Ich weiß, das ist ganz schön viel für eine Talkshow, aber daraus ergibt sich, dass TPB nichts mit dem Datenaustausch zu tun hat, außer der Information „Ja, diese Daten gibt es, sie werden von x Leuten verteilt, der Ersteller hat dies geschrieben und einige Leute haben jenes kommentiert“. Das sich daraus eine Urheberrechtsverletzung ergibt, kann ich nicht erkennen.

  15. […] Delius über seinen Vergleich der Piratenpartei mit der NSDAP. Christopher Lauer klärt über die vermeintliche Themenlosigkeit der Partei auf. […]

  16. „10 Jahre nach Tod des Urhebers gehen die Rechte in die Allgemeinheit über.“

    wieso nicht gleich???

  17. Wie nett sich hier viele an Winzigkeiten wie einer einzelnen Seite (und dabei nichtmal Facebook) aufhängen können. ThePirateBay wird nicht das Thema zur Bundestagswahl 2013…

  18. Das Urheberrechtszeug steht deshalb nicht im Parteiprogramm, weil wir es als _Grundlange_ für unser _Wahl_programm verabschiedet haben.

    Und solange Liquid Feedback nur bestimmte, kleine Kliquen der Basis abbildet, kann ich keinen Vorstand wählen, der sich davon treiben lässt. Es wundert mich aber nicht, dass man das anders sieht, wenn man zu diesen Kliquen gehört…

  19. @hj_boehm

    Eine kluge und aus meiner Sicht weitsichtige Antwort auf die die aktuelle Situation in der öffentlichen Wahrnehmung der Piraten.

  20. @Rechter, weil vielleicht nicht jeder Urheber von jetzt auf gleich zum Multimillionär mit seinen Werken wird und auch zu Lebzeiten nicht in der Lage ist seine Angehörigen in der nötigen Form abzusichern?
    Von daher erscheinen mir auch 10 Jahre etwas kurz unter dem Aspekt das ein Nachfahre erst noch aufwachsen und ausgebildet werden muss.

  21. Auch ich erwarte von jedem BuVo- bzw. BuVo-Kandidaten ein klares JA zum LiquidFeedback bzw. zur Weiterentwicklung von LiquidFeedback. LiquidFeedback als Idee ist ganz klar das Alleinstellungsmerkmal der Piratenpartei und sollte es auch bleiben.

    Schwierig wird es jedoch beim Ausbau von LQFB als Tool. Hierzu kursieren bereits ein ganze Reihe von Ideen, Wünschen und Ansätzen. Ganz richtig ist, dass angenommene Anträge, die durch LQFB gegangen sind, genau formuliert und differenziert begründet sind. Anträge/Initiativen, die in sich widersprüchlich, redundant oder suboptimal sind, schaffen in der Regel das Quorum nicht und werden aussortiert. Daher sehe ich im Quorum zunächst das geeignetste Mittel zur Qualitätssicherung im LQFB.

    Ein weiterer, viel diskutierter Vorschlag zur Qualitätssicherung im LQFB ist die Abkehr vom Prinzip der anonymisierten Arbeitsweise mit dem Argument der Herstellung von Transparenz. Anonymität im Internet ist allerdings eine wesentliche Forderung der Piratenpartei. Denn im LQFB diskutieren Parteimitglieder, nicht Mandatsträger. Es geht um Programminhalte der Partei und nicht um die Verwendung öffentlicher Gelder oder die Kontrolle der Exekutive. Außerdem ist das Mandat bekanntermaßen frei. Dies sollten wir bei einer Forderung nach einem Klarnamen-LQFB bedenken. Ein Klarnamen-LQFB dürfte nicht nur die Trolle von einer weiteren Nutzung abhalten, sondern auch genauso verhindern, dass wertvolle Initiativen von Nutzern, die aus bestimmten Gründen anonym bleiben möchten, nicht eingebracht werden. Stichworte zur Qualitätssicherung wären das Aufstellen von Regeln, wie sie das Quorum bereits ist, und eine Art Moderation bei Regelverstößen und Konflikten.

    Dass es weiterhin Programmparteitage geben wird und muss, zeigen allein schon die hohen Akkreditierungszahlen im Vergleich zu den Nutzerzahlen im LQFB. Daher sollten wir in jedem Fall mehr Ressourcen darauf verwenden, dass LQFB in seiner jetzigen Form übersichtlicher und nutzerfreundlicher zu gestalten. Dazu gehört neben einer besseren und beschleunigten Visualisierung auch der einfachere Zugriff auf Tutorials oder sogar die Einbettung von externen Inhalten. Denn eine Plattform oder ein Tool wird ge- und benutzt, wenn es sich beim Nutzer „einfach toll anfühlt“. Und je mehr aktive Nutzer es hat, desto stärker wäre auch die Verbindlichkeit.

    Ein BuVo bzw. zukünftiger BuVo muss also auf eine Stärkung von LiquidFeeback durch Stärkung aller Parteimitglieder und innerparteilichen Gruppen hinwirken, die sich damit befassen. Vom BuVo selbst sollte die Einrichtung einer, sagen wir, gemischten AG für die LQFB-Entwicklung angeregt werden, die ergebnisoffen unter Berücksichtigung auch von Klarnamen-Optionen verschiedene Modelle auch zu Eil- oder Fachentscheidungen eruieren soll. Diese Ergebnisse sollten bei einer MV vorgestellt und von dieser entschieden werden. Endlose und z.T. unsachlich geführte Debatten oder oder der Entwurf von Individualkonzepten sind mit Sicherheit nicht zielführend.

  22. Das klingt ja schonmal alles sehr okay. Aber wichtiger finde ich, dass die Piraten ihren Demkratiebegriff erweitern, beziehungsweise radikalisieren. Radikale Demokratie heisst auch oekonomische Demokratie, zum Beispiel dass Kernindustrien (und Banken) oeffentlich, sprich demokratisch, sind, die Privatisierungen der letzten 20 Jahre waren Enteignung am Sourveraen; ausserdem dass Demokratie am Arbeitsplatz herrscht, staerkere Arbeitnehmerrechte etc – sich von der illusorischen Idee verabschieden, dass Politik postidelogisch oder unidelogisch oder irgendwie ausserhalb von buergerlich und links sein koennte; radikale Demokratie ist links, alles andere ist letztlich doch eine Spielart des Neoliberalismus – und das braucht dann wirklich keiner. Die Kommodifizieung von Wissen, Bildung, Kunst und letztlich allen Lebensbereichen muss als solcher widersprochen werden, im ganzen und systematisch nicht nur punktuell.

  23. @Flo/ Rechter: Stimmt, eigentlich gleich. Erbschaft ist der moderne Feudalismus. Gleiche Chancen fuer alle (was ja eh nicht passiert, weil der Zugang zu Bildung, Netzwerken sozialem Kapital ungerecht ist); Leistung wird belohnt und Erbschaft ist keine Leistung. Also nach Ableben geht alles in oeffentlichen Besitz ueber.

  24. @SD Das Urheberrechtszeug ist Grundlage fürs Wahlprogramm. Was soll mir diese Aussage bringen? Steht dann im Grundsatzprogramm? Aber wenn man das Thematisiert gehört es doch trotzdem rein. Jedesmal zu suchen wo was steht wenn ich wissen will warum ich jemand wählen soll is doch misst.
    Und wie wird die Basis mit einbezogen wenn ich kein Liquid Feedback hab? Zum Parteitag können nicht alle. Stammtische … also ne, oder?!

  25. @Pascal, es geht hier nicht um „Winzigkeiten wie eine einzelne Seite“. Dass es Seiten wie Torrent-Sites und Sharehoster (und etwas weiter gefasst auch Youtube und Google?) mit der Piratenpartei nicht geben soll, würde bedeuten dass sich die Piratenpartei für Regelungen einsetzt, die den bisherigen Grundsätzen der Piraten komplett entgegenstehen. Ich denke da darf man schon schockiert sein, und dass so eine Bemerkung ganz beiläufig ohne nähere Erklärung in einem in einem Post zu einem ganz anderen Thema auftaucht macht es auch nicht besser.

    Mit der Entkriminalisierung von Filesharing passt das ohnehin nicht zusammen. Wenn Filesharing legalisiert ist, kann man kommerziellen Torrentsites/Hostern/ISPs ja nicht mehr vorwerfen, dass sie illegales Verhalten ihrer Nutzer fördern/ermutigen/ermöglichen würden. Was das Vorgehen gegen solche Seiten noch kontroverser machen würde.

    Also Christopher, explain this shit!

  26. Herrgott Leute, muss man es euch aufmalen:

    Torrensites ≠ Filehoster

    Torrentsites = okay

    Filehoster = nicht okay

  27. Argumentationshilfe Tauschbörsen

    Habt ihr schonmal versucht nen Tatort runterzuladen? Gar nicht so leicht.

    Meine Vermutung ist, dass es daran liegt, dass man sich den Tatort auch einfach in der Mediathek ansehen kann und die Motivation ihn mitzuschneiden, hochzuladen etc. damit entsprechend gering ist.

    (Es könnte auch daran liegen, dass die meisten Tatortfolgen dünnflüssiger Schrott sind, meine Argumentationskette bleibt jedoch bestehen: Wenn Distributionsmodelle von seiten der Urheber angeboten werden, die besser funktionieren als Torrentbörsen (weil die Qualität klar ist, weil das Gewissen klar ist, weil’s sowieso viel geiler ist), werden Torrentbörsen ihren momentanen Stellenwert verlieren.)

    Ein mir immer wieder positiv auffallendes Beispiel ist bandcamp.

  28. ein ganz wichtiger punkt. bedingsloser aufbau des LIQUID FEEDBACK..
    absolute stärkung des basisdemokratischen prozeß.
    das problem ist das die formation als partei. aus einer basisdemokratischen bürgerbewegung wird eine partei.
    DAS SYSTEM WIRD DIE IDEE KORUMPIEREN.
    aus eigener leidlicher erfahrung mit landeslistenkandidaten in nrw, die sich ihrer landesparlamentsplätze schon sicher wägen: das ludwig XIV Syndrom. der Staat bin ich. dem volk gegenüber bin ich nicht verantwortlich.

  29. Bei einem so großen Land gibt es gar keine Alternative zur Weiterentwicklung des Liquid Feedback (Allerdings warte ich schon seit Monaten auf die Zugangsdaten). Gerade weil die Piraten nicht nur inhaltlich sondern auch strukturell an der Bundesrepublik mitarbeiten wollen, darf dieses Anliegen nicht in Vergessenheit geraten. Dass wir grundsätzlich an unserem Stil untereinander und nach außen hin arbeiten müssen, dass wir uns eben noch zu schnell Debatten und ähnliches aufdrücken lassen, ist meines Erachtens nachvollziehbar und ein Stück weit unumgänglich. Land und Leute werden sich noch daran gewöhnen müssen, dass einem Vertreter der Piraten, wenn er in ein Mikrofon spricht, eben die in anderen Parteien übliche 20-jährige Parteiausbildung fehlt. Und das ist ein Punkt, den ich an uns sehr schätze!

  30. Liquid Feedback mag ja eine feine Sache sein – aber eine Partei, die ihre Struktur nur auf mutlimedial ausgestattete Menschen ausrichtet, schließt dadurch wieder andere von der Partizipation aus, was, man ahnt es schon, zutiefst undemokratisch wäre.

    Was ist mit Menschen, die keinen PC oder kein Internet haben – ja, solche Leute gibt es durchaus – aber durchaus Positionen der Piraten teilen? Dürfen die dann gar nicht erst Mitglied werden?

    Eine Partei, in der Partizipation nur Menschen mit bestimmten technischen „Segnungen“ möglich ist, finde ich nicht wählbar.

  31. […] erweist und die komplette Abschaffung fordert, kommen die Piraten immer noch nicht durch ihre eigentlich klaren Forderungen zu artikulieren. Was das eigentliche Problem ist, zeigt Franziska Bulban noch einmal sehr […]

  32. „10 Jahre nach Tod des Urhebers gehen die Rechte in die Allgemeinheit über.“

    Und warum soll man das auf Urheberrecht beschränken? Warum soll das nicht auch für Häuser und Firmen gelten? 10 Jahre nach dem Tod des Häuslebauers oder des Firmengründers geht der Besitz an die Allgemeinheit über.

    Warum soll die Witwe und die Kinder eines Autors oder Komponisten schlechter gestellt sein als die Witwe und die Kinder eines Immobilienbesitzers oder eines Kunstsammlers?

    Und wie soll das mit Opensource funktionieren? Auch Opensource wird durch das Urheberrecht geschützt und ist erst dadurch möglich … welche Laufzeiten stellen sich die Piraten hier vor?

    „25 Jahre nach Vertragsabschluss mit einem Verwerter gehen alle Verwertungsrechte wieder zum Urheber zurück.“

    Verstehe jetzt nicht warum hier u.U. die Verwerter besser gestellt werden als der Autor. Wenn der Autor Pech hat und kurz nach dem veröffentlichen seines Werk stirbt, dann hat die Witwe nur 10 Jahren und die Verwerter 25. Wo ist da die Logik … ich dachte ihr wolltet die rechte der Urheber stärken.

  33. Pirat #23067

    Ich denke, die Medien würden vor allem etwas Ruhe geben, wenn man sie nicht in schöner Regelmässigkeit mit Futter versorgt, nur weil man meint, als Berliner eine persönliche Fehde öffentlich austragen zu müssen.

    Solange man meint, interne Dinge in Interviews über die Medien verbreiten zu müssen und so die Partei selbst demontiert, solange wird auch ein LiquidFeedback uns medial in keinster Weise weiterbringen. Denn Menschen sind für die Medien immer interessanter als Themen, streitende Menschen noch viel mehr.

  34. […] was die Piraten angelegentlich des Urheberrechtgesetzes gerne ins Werk setzen möchten? Das liegt, so Lauer, daran, dass sich an entsprechender Stelle im Internet leider ein veraltetes pdf befände. Er, […]

  35. Demokratie mag ja eine feine Sache sein, aber ein politisches Entscheidungssystem allein auf Menschen auszurichten, die zu Wahlen gehen / lesen können / … ;o)

  36. @tom:

    Was ist mit Menschen, die keinen PC oder kein Internet haben

    Tja, es gibt auch Analphabeten und deshalb auf das geschriebene Wort zu verzichten finde ich jetzt auch nicht angemessen. Da wäre es doch sinnvoller, Menschen zu helfen, dass sie sich beteiligen können. Hier wären entsprechende VHS Kurse z.B. angebracht.

Was denkst du?