Dann beschließen wir die SMV halt beim nächsten BPT

tl;dr: SMV nicht beschlossen, doof, aber nicht der Weltuntergang. Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern Werbung für die SMV machen, damit wir sie beim nächsten BPT beschließen können.

Nach dem Bundesparteitag herrscht bei vielen Piraten, darunter viele Mandatsträger und Kandidaten für die Bundestagswahl, Katerstimmung. Die Ständige Mitgliederversammlung, ein ständiger Parteitag, der zwischen Bundesparteitagen tagt, hat zwar eine Mehrheit bekommen, aber eben keine Satzungsändernde Mehrheit. Der von mir vorgestellte „Hardcore SMV“-Antrag bekam gestern nochmal 52%, der Konsensvorschlag aus Mecklenburg-Vorpommern erhielt 64,2%, es fehlten also 1,8% bzw. 23 Stimmen. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Katja Dathe, Niels Lohman, Michale Rudolph, Klaus Peukert und anderen Piraten bedanken, die im Vorfeld des Bundesparteitages daran gearbeitet haben, dass es auf diesem BPT einen Konsensvorschlag gab.

Es stimmt mich zuversichtlich, dass es eine Mehrheit für die SMV in der Partei gibt. Natürlich hätte ich gerne jetzt schon eine SMV, mit der wir so schnell wie möglich loslegen können, aber ich muss das Votum des BPTs akzeptieren. Ich könnte mich jetzt darüber aufregen, dass die Ergebnisse unserer Parteitage vom Tagungsort abhängig sind, die SMV z.B. in Berlin, Hamburg oder Rostock beschlossen worden wäre, aber auch das führt die Partei nicht weiter.

Mir geht es darum, alle Mitglieder, die sich an der programmatischen Entwicklung der Partei beteiligen wollen zu beteiligen. Das geht meiner Meinung nach mit einem ständig tagenden Online-Parteitag besser, als mit Parteitagen, die sich eben nicht alle Mitglieder zeitlich und oder finanziell leisten können.

Aber, das hat der Parteitag gezeigt, es werden viele Sachen miteinander vermischt, vieles wird noch nicht verstanden. LiquidDemocracy ist nicht gleich LiquidFeedback (Wobei LiquidFeedback meiner Meinung nach derzeit die einzige Software ist, die LiquidDemocracy ordentlich umsetzt), Delegationen sind nicht des Teufels, sondern meiner Meinung nach ein sinnvolles Feature in einer Arbeitsteiligen Gesellschaft und eine ständig tagende Onlineversammlung ist auch nicht schlimmer, als ständig verfügbares Online-Banking oder eine Online-Shop, bei dem ich rund um die Uhr bestellen kann.

Es macht meiner Meinung nach im Moment keinen Sinn, als SMV-Befürworter die Partei zu verlassen. Es macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn eine neue Partei mit SMV zu gründen, auch wenn es reizvoll erscheinen mag. So kurz vor dem Ziel müssen wir SMV-Befürworter weitere Überzeugungsarbeit leisten, damit auf einem nächsten Bundesparteitag eine SMV beschlossen wird, die die Basis entsprechend unserem Ideal der Basisdemokratie in Entscheidungen einbezieht. Wenn man als SMV-Befürworter jetzt keinen Wahlkampf für die Piratenpartei machen möchte, so kann man wenigstens innerhalb der Piratenpartei Wahlkampf für die SMV machen. Es ist meiner Meinung nach keine Frage ob wir eine SMV bekommen werden, sondern wann. Wir müssen visionär und progressiv in die Zukunft gucken, wir müssen für unsere Überzeugungen, auch in der eigenen Partei, kämpfen.

Ich schließe mit einem Zitat aus „Politik als Beruf“ von Max Weber:

„Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich. Es ist ja durchaus richtig, und alle geschichtliche Erfahrung bestätigt es, daß man das Mögliche nicht erreichte, wenn nicht immer wieder in der Welt nach dem Unmöglichen gegriffen worden wäre. Aber der, der das tun kann, muß ein Führer und nicht nur das, sondern auch – in einem sehr schlichten Wortsinn – ein Held sein. Und auch die, welche beides nicht sind, müssen sich wappnen mit jener Festigkeit des Herzens, die auch dem Scheitern aller Hoffnungen gewachsen ist, jetzt schon, sonst werden sie nicht imstande sein, auch nur durchzusetzen, was heute möglich ist. Nur wer sicher ist, daß er daran nicht zerbricht, wenn die Welt, von seinem Standpunkt aus gesehen, zu dumm oder zu gemein ist für das, was er ihr bieten will, daß er all dem gegenüber: dennoch! zu sagen vermag, nur der hat den Beruf zur Politik.“

28 Kommentare

  1. Daniele de Lutzel

    Zusätzlich hat er in einem Brief an Minna Tobler gesagt, dass er froh sei von diesem Stress( dem Vortrag) befreit zu sein, denn :es ist mehr die innere Angespanntheit, die einen erfasst, sobald man auf politisches Gebiet übergreift…
    Glückwunsch zur Umsetzung der Empfehlungen von Weber über Emotionen ;)
    Im Übrigen hast Du recht.

  2. Sven Schannak

    Danke, dass du für die SMV gekämpft hast. In ein paar Monaten wird es dann halt so weit sein. Wenn man schon Jahre darauf wartet, sollte es uns möglich sein, noch ein paar Monate auszuhalten. Und wer mag, kann ja nach MV kommen und das mal ausprobieren mit der SMV ;).

    Viele Grüße aus Mecklenburg-Vorpommern,

    Sven

  3. Ich glaube es ist jetzt wichtig einmal darzulegen, was die Unterschiede sind und was man – mit Änderungen – beim SÄA003 bewirken kann. Der regelt nämlich kaum etwas, sondern die GO. Diese ist mit einfacher Mehrheit zu ändert. Wollen wir nur online abstimmen? Wollen wir allen ermöglichen, in einem (!) System inhaltlich Anträge zu erarbeiten, konkretisieren und Alternativen zu verfassen? Wollen wir mit unterschiedlichen Laufzeiten für Anträge arbeiten? Wie nachvollziehbar wollen wir das für wen weshalb? Wie verbindlich wollen wir das für wen weshalb?

    Ich habe den Eindruck, dass das alles vielen noch nicht klar ist. Mit SÄA003 haben wir momentan ein Abstimmungswerkzeug erhalten, das noch gebaut werden muss. Die GO kann um unterschiedlichste Dinge erweitert werden: Erarbeitung und Korrektur von Anträgen im System, Erfassung von Alternativanträgen, Einreichung von Anmerkungen zu Anträgen. Genauer gesagt: Sie definiert das momentan nicht, sondern nur (grob) den Prozess des Einreichens, Einbringens und der Abstimmung. Prozesse zur inhaltlichen Arbeit werden überhaupt nicht definiert. Wir können das einfach bauen. Mit einfacher Mehrheit, die im System ermittelt wird.

    Letztlich halte ich für sinnvoller, wenn wir Liquid Feedback als Basis verwenden. Vieles, was wir vielleicht in Zukunft haben möchten, ist dort enthalten. Wir müssen es nicht nutzen. Wir müssen nicht einmal die Oberfläche von Liquid Feedback verwenden. Anstelle ein komplett neues Tool zu bauen und zu erweitern wäre es viel sinnvoller, eine Oberfläche für Liquid Feedback zu erstellen, die viele Funktionen gar nicht enthält. Sind dann später Erweiterungen gewünscht, so müssen diese nur in der Oberfläche realisiert werden, denn LQFB enthält sie bereits im Kern (und in seiner eigenen GUI).

    Natürlich müssen sich die Abgeordneten einer Kernfrage bewusst sein: Sind pseudonym durchgeführte und per Satzung/GO als verbindlich angesehene Beschlüsse gefühlt verbindlich oder nicht? Jegliche Kommentare wg. Lobby-Erkennung kann ich nicht als Absage akzeptieren, denn auch übelster Lobbyismus ergibt letztlich nur einen inhaltlich Antrag, dem die Piraten zustimmen oder den sie ablehnen. Die Quelle des Antrags ist egal.

  4. Ich als Nicht-Mitglied habe von Freitag bis Sonntag fast den ganzen BPT im Stream mitverfolgt. Einiges gefiel mir nicht. Das meiste aber gefiel mir.

    Die angenommenen Anträge SÄA003 und X011 sind doch schon ein gelungener Einstieg in die SMV. Man muss das denke ich positiv sehen. Solche Einstiege, die aber nicht gleich wieder Gräben vertiefen sind imho eine bessere Chance auf eine SMV bei der jeder mitmacht als eine Instant-Einführung, die einige nicht mitnimmt.

    Und jetzt sollte eh der Wahlkampf im Mittelpunkt stehen. Ja, klar, mit einer funktionierenden SMV kann man sich auch im Wahlkampf viel vereinfachen. Aber auch wenn die Hardcore-SMV angenommen worden wäre, würde das System bis zum September niemals so rund laufen, dass es effektiv ist.

    Also jetzt Wahlkampf. Dann ein nochmal verbesserter SMV-Antrag (vielleicht mit einer guten Möglichkeit der geheimen Abstimmung)

  5. Danke.
    Die Motivation tut gut.

  6. In Amerika haben sich vor genau 240 Jahren am 19. Dezember ein paar Leute als Mohikaner verkleidet und Tee ins Meer geschmissen – unter dem Motto „No Taxation without Representation“.

    Ohne Representation gibt es von mir auch keinen Mitgliedsbeitrag – wozu auch?

  7. Danke, du Held! :)
    64% bzw. 52% sind ein klarer Arbeitsauftrag zum Weiterbohren.

  8. Ich verstehe das Gezeter mit der Delegation nicht. Im Voraus sollte jeder, bevor er delegiert, sicher sein, dass er dem Delegierten in seinem Sinne vertraut. Nimmt man das optimal an, müsste es bei Abstimmungen ohne Delegation zum selben Ergebnis kommen.
    Nun ist es natürlich nicht optimal, aber der wichtigste Punkt der Delegation, der sie legitim macht, ist, dass jeder zu jeder Zeit seine Delegatioin zurückziehen kann.
    Das zusammengepackt legt nahe, sich zu überlegen, was wir durch SMV, bzw. ohne SMV jeweils gewinnen und verlieren würden. Für mich ist damit die Antwort eindeutig pro SMV. Das ist doch im Grunde, wofür wir überhaupt antreten.

  9. Nachtrag: Normale Parteitage sind letztenendes Zwangsdelegationen, denn es ist praktisch nicht möglich, dass alle Mitglieder anwesend sind.

  10. Ich habe wie „Markus“ den BPT als Nichtmitglied im Livestream verfolgt. Das Programm ist in Ordnung – aber ansonsten im Ablauf sehr viel verbessungswürdig.

    Ich fand die Bemerkungen gegen Ende deiner Hardcore-Antrag-Rede (dann gründen wir eben eine eigene Partei…) gar nicht so falsch. Denn ich schätze inzwischen, dass es mit vielen technikfeindlichen Ewiggestrigen in dieser Struktur nicht möglich ist, eine wirklich progressive, moderne Partei aus dieser machen. Sollte jemand aus dieser heraus eine v.2.0 gründen wollen, würde ich sofort mitmachen. Grundsatz-Paragraph1 am besten bitte mit Weiterentwicklung der Demokratie und ständige Mitgestaltung.

    Ansonsten hätte ich mir von den SMV-Befürwortern eine Art Hardcore Antrag auch erstmal „ganz ohne Delegierungen“ gewünscht.

    (Gibt es eigentlich schon genauere Informationen zum nächsten Parteitag, ausser dass er „im Norden“ stattfinden soll?)

  11. Danke für dein generelles Engagement als Pirat und speziel bei dem Thema.
    Mir gefällt vor allem bei dem Beitrag, dass du die vom WE bei einigen hängengebliebene Resignation bzw. den Frust, von dem du sicherlich selbst betroffen warst, wenn man den ein oder anderen Tweet von dir entsprechend deutet, versuchst aufzufangen und in neue Motivation umzuwandeln versuchst.
    Gerade eine medial exponierte Person wie du hilft so, der eher dünne und oberflächliche Berichterstattung zum BPT131 etwas entgegenzusetzen. Danke dafür!
    Ich bezeichne den Weg den die Piraten versuchen zu gehen gerne mit „dahin wo’s weh tut“ zu beschreiben und Basisdemokratie tut halt manchmal weh, auch uns.
    Abschliessend möchte ich den Denkanstoss geben, wie sehr müssen junge und junggebliebende politisch hochmotivierte Menschen von der bestehenden politischen Landschaft frustriert sein, sich den teilweisen Frust eines Piraten BPT anzutun?!
    In diesem Sinne „Ich bin motiviert, also wirklich, jetzt echt, ohne Scheiss!“ Wir haben noch ne Menge zu ändern (auch bei uns)!

  12. […] z.B. von meinem Fraktionskollegen @Dave_Kay, meinem geschätzten Berliner Kollegen Christopher Lauer. […]

  13. @diowlix: Es ändert sich aber nicht das Stimmgewicht, im LQFB durchaus. Wenn also 20 Leute nicht zum BPT fahren hat nicht plötzlich ein einzelner Pirat 20 Stimmen mehr. Die fehlenden 20 werden auf einem BPT einfach vollständig ignoriert und prozentuale Werte beziehen sich stets nur auf die anwesenden Piraten. Im LQFB ändert sich das Stimmgewicht auf die Delegationsempfänger. Ich kann mich aber dunkel an irgendeine Studie erinnern, die berichtet hat, dass das auch keine Auswirkung hat, solange die einzelnen delegierenden Personen so wie der Delegationsempfänger abgestimmt hätten.

    Kettendelegationen werden auch nur als kritisch erachtet, weil die Kontrolle über die Verwendung der Stimme komplizierter ist (die Saftige Kumquat stellt das deshalb auch sehr deutlich dar).

    Und Superdelegierte sind auch nur ein theoretisches Problem. Würden die Leute selbst teilnehmen und so wie der Superdelegierte abstimmen, wäre das Ergebnis nicht anders. Es wirkt nur brutaler, wenn eine einzelne Person soviel Macht hat. Eine Begrenzung der Delegationsanzahl z.B. auf 20 wäre da ja schon hilfreich, genauso wie ein Delegationsempfänger eine Delegation zustimmen müsste. Im LQFB kann ich mich ja momentan nicht dagegen wehren.

  14. @Oliver: Meine Kritik beim Delegieren, z.B. so wie es derzeit im LQFB ist, dass Delegationen zeitlich nicht befristet sind, also nach einer Zeit X auslaufen. So häufen sich teilweise auf einzelnen Stimmen von Leuten, die das ganze nicht mal mehr auf dem Schirm haben, ihre Zugangsdaten nicht mehr finden o.ä. und das bis man mal irgendwann feststellt, dass sie nicht mal mehr in der Partei sind. Meiner Meinung nach muss eine Delegation in einem liquiden Feedback System ebenso liquide sein.

  15. Wie demokratisch isn das, nen Antrag so lange abzustimmen, bis das passende Ergebnis dabei rauskommt? Dieses Verhalten erinnert doch sehr an die Etablierten, insbesondere die Netzsperren und ACTA/Indect…

    Ihr habt immerhin nen Antrag zu einer Art SMV beschlossen. Damit solltet ihr nun erstmal zurecht kommen, bis es alle so ankotzt, dass sie das wiederum ablehnen und so ziemlich alle unbedingt ne online SMV wollen.

  16. macht das gefälligst jetzt mit dem basisentscheid! mal sehen, wie schnell die basis dann dazu übergeht, alles online und schliesslich dann auch „ständig“ (im sinne von: egal wann) zu machen. prügelt die scheisse noch vor der btw auf „läuft“, das bringts.
    @jacky newel: da wurde nichts „nochmal“ abgestimmt, das war ein VL/WL-fail. lies die go/wo. der basisentscheid geht auch online. und wenn by dann per briefwahl keinen antrag über das quorum bekommen und rlp keinen bock mehr hat zu urnen zu pilgern während in mv, sh, b o.ä. ein antrag nach dem anderen online durchgewunken wird, ändert sich dann auch im süden bestimmt mal was.

  17. Vielleicht sollte man das ganze anderst herum machen. Und über die einzelnen Elemente abstimmen über welche die SMV verfügen soll.

    siehe:

    http://blog.nlohmann.me/assets/images/2013-05-08-flyer3.png

    Also das man über die einzelnen Symbole die im Flyer genannt wurden jeweils eine Abstimmung macht. Also alle Teilstücke welche die notwendige Mehrheit erlangt haben zusammensetzt und dann hat man die Gewünschte SMV.

    Dann muss man später nur noch die genaue Umsetzung davon planen. Ist vielleicht einfacher so als dutzend konkurrierende Anträge abstimmen zu lassen.

    Wir brauchen die SMV und wir werden da auch ganz sicher nicht aufgeben. Wir sollten nun Parteiintern mehr Werbung für die Idee der SMV machen, da ist viel Überzeugungsarbeit notwendig um voran zu kommen.

  18. stimme von der seitenlinie

    Ich bin ebenfalls kein Parteimitglied, sondern lediglich jemand, der sich ersnthaft überlegt, die Piraten im September zu wählen. Ich habe mir nicht (wie einer der anderen Kommentatoren) die ganzen drei Tage im Stream angetan, sondern erst am Sonntag mittag reingeklickt – zufällig zu dem Zeitpunkt, als zwei Leute auf der Bühne standen, die erklärten, dass die SMV-Kiste noch einmal abgestimmt werden müsse. Dann habe ich bis zur Verkündigung des Ergebnisses der letzten, geheimen Wahl zugeschaut. War sehr spannend.

    Ich habe (da ich auch parallel dazu die Antragstexte auf pirat.ly gelesen habe) das Ergebnis des Parteitages so verstanden, dass de facto mit den SÄA003 und der X011 (ich hoffe, dass die Nummern stimmen) eine Art Proto-SMV beschlossen wurde, die ausprobiert, für Online-Basisbeteiligung eingesetzt und verbessert werden kann.

    Ich war daher sehr erstaunt, dass nicht nur in der Presse, sondern auch auf verschiedenen Blogs gleich im Anschluss und auch heute die Sachlage dahingehend dargestellt wird, dass sich die PP nicht getraut habe, eine Form der Online-Basisdemokratie einzuführen. Dass die Pressehanselnl am Schluss nicht mehr begriffen haben, welches Potential die Beschlüsse haben, wundert mich nicht. Doch dass Ihr genau ins gleiche Horn stosst, irritiert mich nun doch.

    Ich möchte es einmal so sagen: Für meine zukünftige Wahlentscheidung ist es mir völlig wurscht, mit welcher Form von Online-Basisdemokratie ihr anfangt, solange ihr überhaupt eine umsetzt.

    Ich werde Euch aber mit Sicherheit nicht wählen, wenn ihr jetzt so eine kindische „Diesen Basisentscheid will ich nicht, das ist nicht meine SMV“- Schlammschlacht beginnt und euch bloss wieder mit euch selbst und euren bescheuerten Shitstorms beschäftigt.

    Stattdessen solltet ihr endlich mal mit dem Wahlkampf anfangen und den Wählern und den Medien klarmachen, dass die Berichterstattung euch unverdient runterschreibt und ihr tatsächlich als einzige Partei so etwas wie Online-Basisdemokratie auf den Weg bringt, auch wenn das noch kaum einer mitgekriegt zu haben scheint.

  19. Ich konnte leider beim Parteitag nicht dabei sein. Das ist ja auch die Ironie an der Geschichte, dass diejenigen, die am meisten von der SMV profitieren würden (z.B. ich) nicht kommen können um dafür zu stimmen.

    Wie gerne hätte ich dem Herrn Lauer beim Thema SMV meine Stimme delegiert, wo er mir doch eh aus der Seele spricht.

    Danke für deinen Einsatz und deine großartige Rede für die SMV. Aber richtig, beschließen wir sie halt beim nächsten mal!

  20. @ju: Der Basisentscheid ist auf 260 Anträge pro Jahr und Abstimmungen mit einem Mindestabstand von vier Wochen gedeckelt. „Alles“ können wir also darin nicht abstimmen. Zudem kann der Vorstand das System mit organisatorischen Anträgen befüllen und damit alle anderen Abstimmungen dank der Deckelung beiseite schieben. Es gibt da einiges in der GO, was noch korrigiert werden muss. Per Basisentscheid oder auf dem nächsten BPT.

  21. Ich verfolge jetzt schon etwas laenger das Werden der Piratenpartei. Auch
    Ich habe mir euren Stream(uebrigens eine super Idee !)angesehen. Ich denke, dass die Piratenpartei die Partei der Zukunft ist. Ihr verfolgt das Ziel, das ich mir schon lange wuensche: Endlich Mitmach-Demokrati!
    Ich wuensche mir aber, dass ihr mehr an die Oeffentlichkeit geht. Viele Leute aus meinem Umfeld wissen nicht wirklich, wer ihr seid(Internetpartei die ist nur was fuer die jungen Menschen, ansonsten machen die nix). Diese Leute hoeren und sehen nur das, was eben so laeuft; und das ist ueberwiegend negativ, leider. Geh doch mal jemand von euch zu „Pelzig haelt sich“ in die Sendung. Der Mann stellt immer die richtigen Fragen. Vielleicht koennt ihr auch mal mit Tom Aslan von Tombosphere ein Gespraech fuehren.
    Oder aber ihr macht eure eigene Info-Sendung auf Youtube. Habt ihr jemanden, der das eine oder andere machen koennte ? Die normalen Gespraechspartner wie z.B. der Lanz wollen doch nur wissen, ob es wieder Krach im Vorstand gibt oder ob du arrogant bist.
    Ich finde dich ueberhaupt nicht arrogant und deine Rede auf dem Parteitag fand ich richtig gut. Mach weiter so!

  22. Hab den Bundesparteitag im Stream verfolgt, danke für die Möglichkeit!

    64,2% für die SMV das ist in einem demokratischen Verfahren ein spitzen Ergebnis, der hier geforderte 66% schon eine sehr, sehr hohe Messlatte und die war wohl auch von den Gründern bewusst gewählt. Es gibt was zu feiern, ihr seid auf dem Weg zu mehr Demokratie.

    1,8% fehlten. Das ist genau die Marge, wo es sich lohnt noch ganz andere Fragen zu stellen, die etwas mehr mit dem Stil der handelnden Personen zu tun haben. Da kann man an der eigenen Schraube tunen und weniger Widerstand generieren. Der Satz von Weber wurde auch gerne vom Altkanzler Schmidt bedient, vielleicht ist er doch nicht so treffend, weil ihm ein Nebensatz fehlt, der sehr viel mehr mit Sympathie zu tun hat.

    Ich hätte es gerne gesehen wenn der Kompromiss-Antrag die 66% überwunden hätte. Es wird ein Markenzeichen geboren, es ist noch keines vom Himmel gefallen. „without the brand your encouragement would be nothing“ Sie brennen für die Marke, das kommt rüber, aber haben sie alle angesteckt?Jetzt gilt es zu bridgen, you know what I mean?

    Es gibt keinen Grund mit Austritt und Parteigründung zu drohen, dass macht unglaubwürdig und entspricht einem trotzigen Verhalten, was ich für unangemessen halte. Da fehlten 1,8%, was sich wohl kaum in Metern und Stunden ausdrücken lässt, aber es ist ein Ausdruck für eine fehlende Überzeugungsarbeit, die jetzt nachgeholt werden muss, wie ja der Autor richtig und treffend beschreibt, eine andere Option wäre kindisch. Klar gemacht zum Ändern. Anstecken und die Flamme am Brennen halten.

    Übrigens Herr Lauer, wünsche mir mehr Augenkontakt. Schauen sie sich mal das Video zur Antragsbegründung an, sie überzeugen IMO mehr, wenn Sie im visuellen Kontakt bleiben – ich weiß das ist leicht gesagt, aber Sie wollen nun mal ein „Held“ sein.

    tl;dr

    H.Lutz Oppermann/ Bad Homburg

  23. @ju:Ich meine, wenn man jetzt schon beim nächsten BPT neue Anträge zur SMV behandelt spuckt man damit auf die Entscheider von Neumarkt!

  24. […] Dann beschließen wir die SMV halt beim nächsten BPT christopherlauer.de/2013/05/13/smv… #bpt13 #bp131 #frapira […]

  25. @Oliver: 260? 12*20 sind m.E. nur 240. aber egal. das lässt sich im falle des von ihnen gleich vermuteten missbrauchs (und entropy hat es mit dieser beschränkung tatsächlich gut gemeint) beheben.
    @jacky neiwel: ich beeinflusse es nicht, wie oft die piraten sich treffen um irgendwas abzustimmen, auch nicht, worüber. aber wenn eine entscheidung als ein „spucken“ auf die vorherige wahrgenommen wird, dann stimmt etwas nicht: dann sind die entscheidungen vllt. nicht repräsentativ und von ort und zeit abhängig. um das zu beheben sind mir eigentlich alle tauglichen beteiligungsformen willkommen.

  26. Ich bin grundsätzlich für die SMV, einfach weil wir nicht nur 2x im Jahr Entscheidungen treffen können und weil der Aufwand, auf einen BPT zu gehen, doch recht hoch ist, finde aber auch, dass wir aus LQFB lernen sollten, dass das Delegieren der eigenen Stimme nicht gut ist. Wenn sich jemand mit einem Thema nicht auskennt, dann kann er
    a) sich in das Thema einarbeiten,
    b) sich enthalten oder
    c) jemand kompetentes fragen, wie er abstimmen würde und dann in Eigenregie genauso abstimmen.

    c käme dabei einer Delegation sehr nahe, ist aber ein deutlich höherer Aufwand. Damit wird dann effektiv verhindert, dass sich jemand 1x einloggt, seine Stimme delegiert und dann nur so 2x im Jahr wiederkommt, um die Delegation aufzufrischen. Ich finde einfach, wer sich an einer Abstimmung beteiligen will, muss auch den Arsch hochkriegen und sich mit dem Thema beschäftigen. Und wer Experte auf einem Gebiet ist, dessen Aufgabe ist es auch, mit seinen Argumenten Überzeugungsarbeit zu leisten, anstatt jedes Mal mit einem Wäschekorb abzustimmen. Es ist halt einfach demotivierend, wenn eine Diskussion von wenigen Leuten diktiert wird, die 100+ Stimmen haben. Wer will dann noch selber mitreden? Wer unbedingt „Gefolgsleute“ haben will, kann sich einen Blog einrichten und dort seine Meinung kund tun. Die kann dann jeder übernehmen oder nicht. Das ist dann auch in Ordnung.

    Und von einer Aufspaltung der Piraten in eine Partei mit und eine ohne SMV rate ich auch sehr sehr dringend ab, denn dann wären wir wie die AfD, denn die haben sich auch von den Freien Wählern abgespalten. Jetzt haben wir also AfD, FW und die PdV – alles Parteien, die die Politik ändern wollen, aber jeder will den eigenen Dickkopf durchsetzen und mit den anderen beiden nicht zusammenarbeiten. Veränderung geht aber nur gemeinsam. Die PIRATEN sind diesen 3 Parteien überlegen, weil wir basisdemokratisch arbeiten und kompromissbereit sind. Ich halte es für wichtig, das nicht aufzugeben.

Was denkst du?