Archiv für April 2013 Wahlkampf

Telekom enteignen

Heute hat sich die Telekom überlegt anzukündigen, spätestens 2016 die Netzneutralität abschaffen zu wollen. Ab dem 2.5.13 werden Volumenbegrenzungen in die Festnetzinternettarife geschrieben. Wenn das Volumen aufgebraucht ist wird die Geschwindigkeit des Anschlusses massiv gedrosselt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die privatwirtschaftlich organisierte Deutsche Telekom erbt vom ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Post das durch Steuergelder finanzierte Telefon- und Glasfasernetz. Das baut die Telekom nicht aus. Der Bedarf an breitbandigem Internet steigt aber. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Das Netz ausbauen oder den Mangel verwalten und zum Geschäftsmodell machen. Die Telekom hat sich für letzteres entschieden. Während uns Länder wie Südkorea bei der Geschwindigkeit längst abgehängt haben legt die Telekom für Deutschland den Rückwärtsgang ein. Das ist ungefähr so, als würden wir der Telekom das Straßennetz geben, die lässt es dann verwahrlosen und führt dann eine Maut ein, um die Spuren benutzen zu können, die noch funktionieren.

“Netze in Nutzerhand” ist ja eine alte Forderung der Piraten. Wir sollten in der Tat die Telekom enteignen und den Bürgerinnen und Bürgern ihr Netz zurückgeben. Und die Netzneutralität in die Verfassung schreiben, Länder wie die Niederlande bekommen das ja auch hin.

Update: Da sich einige Kommentatoren an der Wortwahl “Enteignen” echauffieren, hier mal eine Skizze, wie eine Rücknahme total legal und supidupi kapitalistisch gestaltet werden könnte: Entweder erklärt sich die Deutsche Telekom bereit Deutschland das Netz zu überlassen/verkaufen oder Deutschland kauft die Deutsche Telekom AG. 15% hält Deutschland eh, weitere 17% hält die Kreditanstalt für Wiederaufbau, 61,73% befinden sich in Streubesitz. Nach dem Kauf können die Bereiche, die nicht das Netz sind wieder privatisiert werden.

Berliner Landesliste steht, ich freue mich

Am Wochenende fand die Aufstellungsversammlung des Berliner Landesverbandes zur Bundestagswahl 2013 statt. Es ist uns gelungen, 14 Listenplätze wie ich finde sehr gut zu besetzen. Insbesondere freut mich, dass die ersten vier Listenplätze an Frauen gingen. Unter den Top 10 befinden sich sieben Frauen. Insgesamt sind von 14 Listenplätzen acht durch Frauen besetzt. Damit ist diese Landesliste meines Wissens die erste Liste der Piratenpartei zu einer Wahl, auf der mehr Frauen als Männer sind. Witziger Weise hätte eine von mir präferierte, aber innerhalb der Partei nicht mehrheitsfähige Frauenquote von 50% dazu geführt, dass wir eine Frau weniger auf der Liste gehabt hätten.

Die Liste sieht so aus: Mehr…

Gegen den gewohnten Schmerz

tl;dr: 2011 und 2012 waren für die Piraten erfolgreiche Jahre. Aufgrund unserer Sozialisation können die meisten von uns nicht mit Erfolg umgehen. Das müssen wir lernen, um weiterhin erfolgreich sein zu können. Mehr…

Warum ich den Scheiß mache

tl;dr: Die Piratenpartei Deutschland ist eine sozialliberale Partei. Sozial im Sinne von Gemeinschaft, liberal im Sinne von Bürger- und Freiheitsrechten. Die Piratenpartei Deutschland wird benötigt, um innerhalb des politischen Diskurses neue gesellschaftliche Entwicklungen abzubilden. Wir sollten uns bemühen, 2013 als stärkste Oppositionsfraktion in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Mehr…

Kleine Argumentationshilfe zur angeblichen Programmlosigkeit der Piraten

Da uns ja häufig vorgeworfen wird, es stünde ja gar nicht fest wie wir zu gewissen Themen stehen, hier eine kleine Argumentationshilfe:

Wenn man sich den Koalitionsvertrag der Union mit der FDP aus dem Jahr 2009 anschaut, dann findet man zur Wehrpflicht die Aussage, dass sie auf sechs Monate verkürzt werden soll, sie wurde dann abgeschafft. Man findet die Aussage, dass die Laufzeit von Atomkraftwerken verlängert werden soll, nach Fukushima wurde ein schneller Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Zur Rettung des Euros sagt man gar nichts, natürlich weil er noch nicht gerettet werden musste, aber da hatte die Koalition halt eben genau keine Position zu.

Jetzt kann man die Frage stellen: Was ist einem lieber? Eine Partei die grob eine Richtung angibt, so wie es die Piraten im Moment tun, deren erklärtes Ziel es ist Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungsprozessen mehr einzubeziehen, oder zwei Regierungsparteien die erst einen Koalitionsvertrag beschließen und dann Entscheidungen treffen, die entweder gar nicht im Koalitionsvertrag vorkommen oder 180° dem entgegen stehen, was im Koalitionsvertrag drinnen steht.

Man findet bei weiterer Durchsicht des Koalitionsvertrages sicher noch andere Punkte, die eine solche Diskrepanz aufweisen.

Dieses Argument so oder so ähnlich gebracht beim Netz.Reporter XL im Deutschlandfunk, kann man hier nachhören.

Definitionsmacht Baby!

Die nächsten Wochen und Monate werden für die Piraten sehr interessant werden. Durch die Neuwahlen in Nordrhein-Westfalen muss der Landesverband bereits am nächsten Wochenende eine Landesliste für die Landtagswahl am 13.5.2012 aufstellen. Während in Münster die NRW-Liste aufgestellt werden wird, finden gleichzeitig die Landtagswahlen im Saarland statt. Hier stehen die Piraten in aktuellen Umfragen bei 6%. Eine Woche vor der Berlin-Wahl hatten wir Umfragen zufolge 9%. Damals machten wir in der U-Bahn Werbung mit “Vertraue keiner Umfrage, wähle selbst!”. Gute Umfrageergebnisse sollten uns nicht faul oder genügsam werden lassen. Ich selbst empfinde 0% als ein deutlich anspornenderes Umfrageergebnis als neun oder 13, wie aktuell in Berlin. Nichtsdestotrotz kann uns im Saarland der zweite Einzug in ein Landesparlament gelingen, es würde uns mit Sicherheit weiter Auftrieb verleihen. Nicht zu vergessen findet grade in Schleswig-Holstein ein Wahlkampf statt, auch hier stehen wir mit aktuell 5% in den Umfragen. Gleichzeitig waren wir im Bund seit der Berlin-Wahl meines Wissens in keiner Umfrage unter fünf Prozent. Wenn wir uns also nicht mit einem übergroßen Kaliber ins Knie schießen, so könnte uns sogar 2013 der Einzug in den Deutschen Bundestag gelingen. Eigentlich ein Grund zur Freude. Warum bin ich nachdenklich? Mehr…

Zum Bundestrojaner, ein Rant

Ein Bundes/Staatstrojaner geht um in Deutschland, und langsam lüftet sich der Vorhang und ich werde sauer.

Mehr…

Heute alle Stimmen für Piraten

Ich halt mich kurz: Heute in Berlin wählen gehen, Piraten wählen. Mit allen drei Stimmen. Lasst uns Geschichte schreiben.

Deutschlandfunk über Piraten

Philipp Banse im Deutschlandfunk über die Piraten.

Play

9%?

In einer aktuellen Umfrage der Info GmbH liegt die Piratenpartei bei 9%. Das ist erfreulich. Aber: Noch ist der Drops nicht gelutscht. Auch wenn es jetzt sehr wahrscheinlich ist, dass die Piraten in Fraktionsstärke ins Abgeordnetenhaus einziehen, so brauchen wir dennoch am Sonntag jede Stimme.

Helmut Kohl soll ja mal sinngemäß gesagt haben, dass andere Parteien die Prognosen gewönnen, die CDU aber die Wahl. Soll heißen: Sympathisanten einer Partei bleiben zu Hause, weil sie durch gute Prognosen glauben „ihre“ Partei schafft es eh/geht als stärkste Kraft aus der Wahl hervor. Der paradoxe Effekt ist, dass man dann wegen der guten Prognose bei der Wahl schlechter abschneidet, als prognostiziert.

Also: Am Sonntag auf jeden Fall wählen gehen, und wenn man möchte, alle Stimmen für Piraten.



Copyright © 2011-2013. Die von mir veröffentlichten Inhalte sind, sofern nicht anders gekennzeichnet, unter CC BY-SA 3.0 veröffentlicht.

RSS Feed. This blog is proudly powered by Wordpress and uses Modern Clix, a theme by Rodrigo Galindez.